Bericht vom Vortrag über Ludwig van Beethoven (1770 – 1827)
Text: Elisabeth Salchli
Am 14. November 2025 war der Pfarreisaal nicht gerade berstend voll, aber etwas über 20 musikbegeisterte Personen haben sich eingefunden, um einiges aus dem «Leben eines grossartigen Musikers, über sein Werk und seinen Weg in die Einsamkeit» zu erfahren.
Mit grosser Fachkenntnis und wahrscheinlich fleissiger Recherche hat Elisabeth Kuhnt ihren Vortrag zusammengestellt und uns ein abgerundetes Bild des Komponisten und Musikers Beethoven nähergebracht.
Dieser Vortrag wurde auch verstanden als Einführung in die Missa solemnis, die am 22. November in Baden aufgeführt wird. Elisabeth hat für den Anlass eine stattliche Anzahl Billette besorgt und den Abend organisiert. Vielen herzlichen Dank! Sie versteht es, immer wieder so kleine, musikalische Leckerbissen für die Mitglieder des forum 60 plus vorzubereiten.
Der Vortrag wurde umrahmt vom Pianisten und Klavierlehrer Simone Rüedi aus Brugg. Zur Einstimmung spielte er die «Bagatelle Opus 126». Als Beethoven dieses Stück komponierte war er bereits taub. Er «hörte» seine herrliche Musik nur im Kopf.
Zu Beginn stellte Elisabeth die befremdliche Frage, was wohl 1977 passiert sein könnte, was mit Beethoven in Zusammenhang steht? Die Aufklärung: Die Nasa sendete 2 Raumsonden ins All mit Bild- und Audiomaterial, unter anderem auch von Beethoven, wohl um Ausserirdischen unsere Welt zu erklären.
Wir vernahmen, dass die Jugend und Adoleszenz von Beethoven sehr belastend waren. Seine Bezugsperson war sein Grossvater, der das Talent seines Enkels erkannte. Beethoven lebte während der Zeit der französischen Revolution, der napoleonischen Epoche und dann in der Zeit des Wiener Kongresses, also Umbruch und Neuordnung prägten sein Leben, was auch in seiner Musik zum Tragen kam. Mit 12 Jahren wurde er als Musiker am kurfürstlichen Hof in Bonn angestellt. 1792 zog er nach Wien, wo er bis zu seinem Tod blieb.
Beethoven muss einige unglückliche Liebschaften erlebt haben. Welcher «Elise» er das allseits bekannte Stück widmete, ist nicht erwiesen. Herr Rüedi spielte die Komposition so einfühlsam, wie ich sie selten gehört habe.
Elisabeth erzählte von verschiedenen musikalischen Erfolgen. Trotz vollständiger Taubheit, mit bereits 49 Jahren, komponierte Beethoven weiter. Er pflegte auch Freundschaften mit anderen Musikern, z.B. Cerny, (allen Klavierschüler/innen wohl bekannt).Wir kamen in den Genuss eines weiteren Stückes, live gespielt von Herrn Rüedi: «Zärtliche Liebe», bekannt und so schön zum Träumen!
Das grossartigste Werk von Beethoven war wohl die Kirchenmusik der Missa solemnis, an der er von 1819 bis 1823 arbeitete und die zur Einsetzung von Erzherzog Rudolf zum Bischof von Olmütz gedacht war. Elisabeth erklärte ausführlich und spannend, wie das Werk aufgebaut ist. Zum Schluss des Vortrages hörten wir noch den «2. Satz der Sonate Pathétique».
Liebe Elisabeth, ganz herzlichen Dank für die wunderbare Stunde, die du uns mit deinem Vortrag, und dem Spiel deines Klavierlehrers, geschenkt hast. Es war kulturell und musikalisch ein Genuss.
Nur schade, dass die Referentin und der Pianist nicht offiziell von einem Vorstandsmitglied begrüsst wurden. Es hätte dem Ganzen einen würdigen Rahmen gegeben.
Verfasst von Elisabeth Salchli
